Verhalten nach Zahnchirurgie, Kieferchirurgie, Implantologie

Wunde kühlen

In den ersten 3 Tagen sollte die Wunde gekühlt werden. Dies bewirkt eine geringere Schwellung. Hierzu können Coolpacks aus der Apotheke oder nasse Waschlappen, aber kein Eis (zu kalt) verwendet werden. Auch das Lutschen von Eiswürfeln verringert die Temperatur im Mundraum, und die Wunde wird zusätzlich auch von innen gekühlt.

Antibiotika

Bei besonders komplizierten Eingriffen, bei erhöhtem Infektionsrisiko oder bei einer vorangegangenen Infektion kann ein Antibiotikum verschrieben werden.

Ernährung, Nikotin

Nach oralchirurgischen Eingriffen (Weisheitszahnentfernung, Wurzelspitzenresektion, Zahnextraktion, etc.) sind Milchprodukte zu vermeiden, da die darin enthaltenen Milchsäurebakterien den sich bildenden Blutpfropf angreifen würden, der zum Wundverschluss wichtig ist. In den ersten zwei Tagen nach der Extraktion sollte gänzlich auf Koffein (Kaffee, Schwarztee, Energydrinks) verzichtet werden, da durch die Steigerung des Blutdrucks Nachblutungen verursacht werden können. Auf Alkohol sollte wegen seiner gerinnungshemmenden Wirkung ebenfalls verzichtet werden. Tabakrauch erhöht die Gefahr von Wundheilungsstörungen. Der Verzehr von Vollkornprodukten und Speisen, die krümelige Bestandteile haben, kann kurz nach der Behandlung problematisch sein, da die Krümel in die Wunde geraten können und eine potentielle Entzündungsgefahr darstellen. Da die Kaubewegung am Anfang schmerzvoll sein kann und die Schwellung beim Essen behindern kann, empfiehlt es sich, zunächst nur Suppen und breiförmige Speisen zu konsumieren oder noch besser flüssige Kost (aus der Apotheke) mit Strohhalm einzunehmen.

Wund- und Zahnreinigung

Um einer Infektion durch Speisereste in der offenen Wunde vorzubeugen, sollte nach jedem Essen der Mund kurz mit Wasser ausgespült werden. Die Zahnpflege sollte während der Wundheilungsphase nicht mit der Zahnbürste, sondern mit 0,2%iger chlorhexidinhaltiger Mundspülung vorgenommen werden. Mundspülungen (nicht Mundwasser) mit 0,2 % Chlorhexidingehalt wirken antiseptisch und vermindern die Keimzahl in der Mundhöhle. Daher können diese Mundspülungen für wenige Wochen das Zähneputzen ersetzen und auch die Behandlung von lokalen Entzündungen in der Mundhöhle unterstützen. Zu heftiges und zu häufiges Spülen behindert jedoch den natürlichen Wundheilungsprozess. Wenn Sie die Mundspüllösung nicht vertragen empfehlen wir Ihnen gerne eine Alternative. Sobald die Wunden stabil sind (frühestens nach 10 - 14 Tagen darf wieder sanft mit der Zahnbürste geputzt werden. Insofern ein starkes Schrubben vermieden wird, sollte sich das Putzen schmerzfrei gestalten. Bei Bedarf kann eine extra weiche Bürste für die betroffenen Regionen verwendet werden.

Nach Eingriffen im Oberkiefer

Bei Eingriffen im Oberkiefer sollte der Patient heftiges Schnäuzen und Niesen in den ersten Tagen nach der Operation soweit möglich vermeiden, da es durch den Druck, der dabei auf die Kieferhöhle ausgeübt wird, zu Blutungen kommen kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn es bei dem Eingriff zu einer Eröffnung der Kieferhöhle mit einer Verbindung zwischen Mund- und Kieferhöhle gekommen ist.

Sport- und Freizeitaktivitäten nach dem Eingriff

Zurückhaltung bei sportlichen Aktivitäten ist dringend geboten, da der akut steigende Blutdruck Nachblutungen hervorrufen kann. Außerdem behindert starke Anstrengung den Körper bei der Regeneration und verzögert die Wundheilung. Auf übermäßige Wärmebelastung, wie Sonnenbäder, Solarium und Saunaaufenthalte sollte verzichtet werden.

  

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