


In letzter Zeit wird in sämtlichen europäischen Staaten über eine Zunahme der Hautkrebserkrankungen berichtet: Mittlerweile ist Hautkrebs die häufigste bösartige Erkrankung.
Die Heilungschancen sind jedoch insgesamt sehr gut. Hilfreich ist die frühzeitige Erkennung von Hautkrebs und dementsprechned die Hautkrebs Vorsorgeuntersuchung. Dazu gehört die Kontrolle von Muttermalen (Muttermal Kontrolle) und bei Bedarf die Muttermalentfernung.
Entscheidend dafür, ob ein Mensch an Hautkrebs erkrankt, sind folgende Faktoren: Veranlagung, Alter und Sonnenexposition, egal ob im Solarium, beim Sport oder bei der Arbeit. Auch Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, später im Leben an Hautkrebs zu erkranken, deutlich.
Patienten, bei denen bereits einmal ein Hautkrebs entfernt wurde, haben ein Risiko von 40%, an anderer Stelle einen neuen Hautkrebs zu entwickeln und sollten daher regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen durchführen lassen.
Die häufigsten der vielen bekannten Hautkrebsformen sind weißer Hautkrebs (Basaliom, Spinaliom) und schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)
Am häufigsten entstehen Basaliome (auch: Basalzellkarzinom, BCC), welche von den Basalzellen der Haut ausgehen. Bevorzugt wachsen sie auf Stellen, welche intensiv der Sonne ausgesetzt sind, wie Gesicht, Hals, Kniekehlen und Waden.
Sie wachsen langsam und zerstören nach Monaten bis Jahren geschwürig tieferliegende Strukturen wie Knorpel und Knochen.
Als einzige Hautkrebsform bilden sie keine Metastasen (Tochtergeschwülste an anderer Stelle), so daß sie als die gutartigste Hautkrebsvariante angesehen werden.
Therapie der Wahl bei Basaliomen ist die operative Entfernung bis ins Gesunde. Alternativ kann eine Bestrahlungstherapie durchgeführt werden. Die in letzter Zeit in Zeitung und Fernsehen heftig beworbenen Cremes und die photodynamische Therapie kommen wegen der häufig vorkommenden Rückfälle nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht.
Die aktinische Keratose ist für den Patienten häufig der erste Hinweis darauf, daß er der Sonneneinstrahlung (UV-Licht) nicht mehr gewachsen ist.
An Gesicht, Handrücken, Unterarmen und Schultern bilden sich hellrote, entzündliche Krusten, welche vorübergehend abzuheilen scheinen, um dann immer ein wenig größer wieder hervorzutreten.
Da sich aus ca. 20% dieser Veränderungen im Laufe der nächsten Monate bis Jahre ein Spinaliom entwickelt, werden sie als Hautkrebsvorläufer bezeichnet.
Behandelt werden aktinische Keratosen mit Cremes, Vereisung (Kryochirurgie), Abtragung mit dem Laser und mit Photodynamischer Therapie (PDT).
In fortgeschrittenen Fällen ist es sinnvoll, in örtlicher Betäubung etwas Gewebe zu entnehmen (Probebiopsie zur Hautkrebs Vorsorge) und dieses zur Untersuchung in ein pathologisches Institut einzuschicken, um den Übergang in ein Spinaliom auszuschließen
Das Spinaliom (auch: Spinozelluläres Carcinom, SCC) entsteht aus den Spindelzellen der Oberhaut, bevorzugt an Stellen, welche dem Licht ausgesetzt sind. Häufig geht es aus einer aktinischen Keratose hervor, manchmal entsteht es jedoch auch plötzlich. Es wächst schneller als das Basaliom und neigt, wenn auch eher spät, zur Metastasenbildung.
Auch hier ist also eine möglichst frühe Diagnosestellung und endgültige Entfernung anzustreben. Therapie der Wahl bleiben daher 'Stahl oder Strahl', d.h. operative Entfernung oder Bestrahlung.
Vor den zuletzt beworbenen Therapien mit Cremes und Sonstigem kann nicht entschieden genug gewarnt werden, da Rückfälle zu erwarten sind und bei Verschleppung der Krankheit die Wahrscheinlichkeit der bösartigen Streuung zunimmt.
Das Melanom (Malignes Melanom, MM, weitere Einteilungen je nach Form und Ort der Entstehung z.B. ALM, SSM, NM) ist die bösartigste, weil früh zur Metastasenbildung neigende, Hautkrebsform. Es geht von den Melanozyten (Pigmentzellen) der Haut aus.
Anders als bei Basaliom und Spinaliom ist kein direkter Zusammenhang mit der Sonneneinstrahlung nachgewiesen; es entsteht auch gerne an Stellen des Körpers, welche keiner nennenswerten UV-Belastung ausgesetzt sind. Das Melanom kann sowohl schnell und ohne besondere Vorboten auftreten, als auch aus über Jahre unauffälligen Muttermalen hervorgehen. Die Unterscheidung zwischen gutartigen Veränderungen und beginnenden Melanomen stellt eine der größten Herausforderungen unseres Faches dar.
Eine frühzeitige Entdeckung und operative Entfernung der Melanome ist dringend geboten, da die Aussichten auf Heilung umso besser sind, je weniger der Tumor in tiefere Hautschichten eingedrungen ist.
Je nach feingeweblich (histologisch) nachgewiesener Eindringtiefe des Melanomes kann in zweiter Sitzung die Ausschneidung mit einem größeren Sicherheitsabstand bzw. die Entfernung von Lymphknoten nötig sein. Andere Behandlungsformen (Bestrahlung, Chemotherapie, Gentherapie, unspezifische Immunstimulierung) für Melanome sind zum jetztigen Zeitpunkt (2009) über das Erprobungsstadium nicht herausgekommen und können allenfalls ergänzend eingesetzt werden.
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