


Häufig kann ein Patient mit nachgewiesener Allergie (Typ-I-Allergie, z.B. Heuschnupfen, Allergie gegen Tierhaare oder Milben) den Kontakt mit dem Auslöser nicht meiden. In diesem Fall empfiehlt sich die Hyposensibilisierung, bei welcher das Immunsystem nach und nach an die krankheitserregende Substanz gewöhnt wird.
Bei genauem Allergienachweis (Allergie Diagnostik) und routinierter Durchführung führt diese Behandlung in über 70% der Fälle zum Erfolg. Bei Heuschnupfenpatienten im Kindesalter konnte nachgewiesen werden, dass eine Hyposensibilisierung das Risiko, später einmal an Asthma zu erkranken, signifikant verringert.
Bei der Aufnahme von allergieauslösenden Substanzen (Allergenen) über die Schleimhäute werden diese von nur dort vorhandenen Zellen erkannt, verarbeitet und so die allergische Reaktion ausgelöst. Bringt man, wie mit einem Trojanischen Pferd, die Allergene in geringer Menge an diesen Zellen vorbei in den Körper, bleibt die allergische Reaktion aus. Nach und nach wird diese Menge gesteigert und eine Gewöhnung erzielt, bis der Körper den Allergenkontakt auch über die Schleimhäute ohne Reaktion erträgt.
Nach Vorliegen der Allergietests wird eine, speziell auf den Patienten zugeschnittene, Allergielösung hergestellt. Hierfür arbeiten wir mit den maßgeblichen und marktführenden Firmen zusammen. Diese Substanz wird nun, zunächst in wöchentlichen, später in 4-wöchentlichen Abständen, mit einer sehr dünnen Kanüle unter die Haut an der Außenseite des Oberarmes gespritzt.
Hierbei wird die Konzentration regelmäßig, bis zum Erreichen einer Erhaltungsdosis, gesteigert. Um eine - nur in unter 1% der Fälle vorkommende - Reaktion des Immunsystems abzuwarten, bleibt der Patient für 30 Minuten in der Praxis.
Örtliche Reaktionen an der Einstichstelle ähneln einem Insektenstich und verschwinden rasch. Die neuerdings beworbene Hyposensibilisierung mittels unter der Zunge anzuwendender Tabletten bzw. Tropfen erbringt nicht ganz so gute Ergebnisse und ist als Alternative Patienten vorbehalten, welche nicht regelmäßig zur Spritze kommen können (Handelsvertreter, Piloten etc.)
Die Therapiedauer beträgt bei der Hyposensibilisierung im Regelfall 3 Jahre, bei der Behandlung von Bienen-/Wespengiftallergikern sogar 5 Jahre.
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